Risikomanagement Einführung

Das eigene Risiko abschätzen

 

Die gestiegenen Sorgfalts-Anforderungen an die jeweilige Lieferkette sind abgestuft. Sie richten sich stark nach dem Einflussvermögen des Unternehmens auf den konkreten Verursacher der Verletzung.  Auffällige Risiken oder der drohende Verstoß gegen geschützte Rechtspositionen (Menschenrechte) und umweltbezogene Pflichten seitens eines Lieferanten sind zu dokumentieren und mit einem Abhilfeplan zu begegnen. Darüber hinaus unterscheidet das Gesetz nach der Nähe zum Risiko: entsteht ein Risiko im eigenen Geschäftsbereich, beim unmittelbaren Zulieferer, oder erst beim mittelbaren Zulieferer?

 

Weitere Kriterien sind Art und dem Umfang der Geschäftstätigkeit, das Auftragsvolumen oder die Unternehmensgröße. Ferner wird das Gefahrenpotenzial, also die typischerweise zu erwartende Schwere der Rechte-Verletzung zur Beurteilung herangezogen.

 


[In der folgenden Grafik ... ] siehe Buch "Der Lieferketten-Coach"

 

Verarbeiten Sie Konfliktmineralien oder unterhalten Sie Geschäftsbeziehungen in Entwicklungsländern? Verarbeiten Sie Gefahrstoffe oder nutzen Sie Holzlieferungen aus unübersichtlichen Quellen? Gehören Sie außerdem zu den umsatzstärkeren Lieferanten oder Dienstleistern für einen Großkonzern? Dann sollten Sie sich Ihre eigene Liefer- und Wertschöpfungskette genau ansehen.

 

Der CSR Risiko-Check vom Helpdesk Wirtschaft & Menschenrechte ist eine aufschlussreiche Quelle für die Ermittlung von Menschenrechts- und Umweltrisiken. Sie können filtern nach Produkt, Rohstoff und Dienstleistung und/oder Land und erhalten umgehend Informationen zu Risiken und darauf abgestimmte Empfehlungen.[1] Auch gemeinnützige Organisationen geben wertvolle Hinweise. Die wichtigsten Fragen zur Kinderarbeit beantwortet beispielsweise der UNICEF-Blog „Kinderarbeit weltweit“. Dort finden Sie auch Hinweise auf Projekte und Unterstützungsmöglichkeiten. Hilfe zur Nachhaltigkeit liefern auch die deutschen Webseiten des Global Compact.

 

Kaum ein Unternehmen erkennt alle mit Menschenrechten verbundenen Geschäftsrisiken, wenn es nicht von innen oder außen auf entsprechende Problematiken hingewiesen wird. Bestehen bereits Meldungen über Beschwerden in Ihrem Unternehmen? Kennt man eine spezifische Branchenproblematik auf Verbandsebene? Welche Kanäle könnten Betroffene von Menschenrechtsverletzungen bereits genutzt haben? Liegen Ihnen Pressemeldungen vor?

Eine kurze Google-Anfrage wie „Abbau-Aluminium“ zeigt sehr schnell, welche Fragen Umweltschützer bereits seit längerer Zeit stellen.

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[1] https://wirtschaft-entwicklung.de/wirtschaft-menschenrechte/csr-risiko-check

Risikomanagement vorbereiten

Vorgehensweise zu Beginn des Sorgfaltsprozesses

 

Bestehendes Wissen nutzen: Prüfen Sie, welches Wissen im Unternehmen bereits vorhanden ist und suchen Sie nach kompetenten Personen, die etwas zum Thema beisteuern können. Bitte überfallen Sie Ihre Mitarbeiter und Kolleginnen nicht mit dem Thema. Haben sich Mitarbeiter bereits mit dem Thema beschäftigt? Hatte die Belegschaft schon eigene Ideen?

 

Vielleicht tauchten schon Beschwerden auf, die nicht weiter bearbeitet wurden. Möglicherweise bestehen auch Aversionen und Verständnislücken in der Belegschaft, die den neuen Kurs der Geschäftsführung noch gar nicht kennt! Wer kann sich grundsätzlich mit den Forderungen identifizieren und wer hat Probleme damit?

Fragen zu stellen ist immer hilfreicher, als ungeprüft Dinge vorauszusetzen und im Blindflug die Schritte im Sorgfaltsprozess voran zu treiben. Auf der Leitungsebene helfen Ihnen folgende Fragen bei der Vorbereitung:

  • Auf welche CSR-Ressourcen (bestehende Visionen, Ziele, Beschaffungsentscheidungen) können wir dabei bereits zurückgreifen? Gibt es Vereinbarungen (Codes of Conduct) mit Lieferanten? Sind diese Mitglieder bei Plattformen wie z.B. EcoVadis, Sedex Global oder amfori BSCI)? [...]

Mehr dazu im Buch oder E-Book:

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