Sorgfaltspflicht: Erweitertes Lieferantenmanagement

Beispielsweise erwartet die Firma LM Ericsson heute schon in vorbildlicher Weise, dass Lieferanten sich mit vielfältigen Umweltaspekten beschäftigen. Am besten verdeutliche ich dies mit einem Zitat aus dem Verhaltenskodex:

„Um Ihrer Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte als Lieferant von Ericsson gerecht zu werden, benötigen Sie effektive Managementsysteme und -kontrollen. Dazu gehören Richtlinien, Verfahren und Prozesse zur Achtung der Menschenrechte, die Risiken identifizieren, Maßnahmen zur Minderung dieser Risiken umsetzen, die Wirksamkeit solcher Maßnahmen überwachen und sicherstellen sollen, dass Unterlieferanten die gleichen Anforderungen erfüllen.

Damit Beschwerden zeitnah bearbeitet und direkt behoben werden können, müssen Sie als Lieferant von Ericsson auch wirksame Beschwerdemechanismen für Einzelpersonen und Gemeinschaften einrichten, die von Ihren Aktivitäten betroffen sein könnten, oder sich an solchen Beschwerdemechanismen beteiligen.“

Dies ist kein Einzelfall. Wer als KMU weiterhin für attraktive Auftraggeber arbeiten möchte, kommt also nicht umhin, sich entsprechend beraten zu lassen.

Natürlich sieht das Sorgfaltspflichtengesetz nicht vor, dass größere Unternehmen sich abrupt von ihren Lieferanten trennen sollen, wenn diese kein Risikomanagement im Sinne der neuen Gesetzgebung etablieren wollen oder können. Auf längere Sicht wird aber kein Auftraggeber das Risiko eingehen, mit einem säumigen Betrieb zusammen zu arbeiten, der tatsächlich oder auch nur potenziell Rechtspositionen im Bereich der Menschenrechte und Umweltverträglichkeit verletzt.

Darüber hinaus ist zu erwarten, dass die maßvollen Vorgaben des deutschen Lieferkettengesetzes im Zuge weiterer Beratungen der EU über diesen Themenbereich noch verschärft werden. Schließlich steht die globale Perspektive der Menschheit auf dem Spiel.

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